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Fachhochschulen sehen sich benachteiligt

Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Kanzlerinnen und Kanzler der Fachhochschulen in NRW zur leistungsorientierten Mittelverteilung:

Über leistungsorientierte Mittelverteilung (LOM) ist schon viel geschrieben und noch mehr geredet worden. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Idee, die Finanzierung der Hochschulen nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip vorzunehmen, sondern einen Wettbewerb in der Hochschullandschaft anzustoßen, bei dem die Hochschulen belohnt werden, deren Absolventen in der Regelstudienzeit ihr Studium beendet haben und die viele Drittmittel unter anderem aus der Industrie einwerben.

Die 26 betroffenen Hochschulen des Landes (14 Universitäten, 12 Fachhochschulen) waren sich im Prinzip mit dem Land einig. Doch jetzt gibt es eine gute und leider auch eine schlechte Nachricht dazu.

Die gute zuerst: Das Land und die Hochschulen haben sich Anfang Dezember auf die Leistungsorientierte Mittelverteilung (LOM) bis 2010 geeinigt.

Jetzt die schlechte: Universitäten und Fachhochschulen werden - entgegen der bisherigen Praxis - getrennt betrachtet. Es sollen getrennte Verteilungskreise - einer für die Universitäten und einer für die Fachhochschulen - eingeführt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Kanzlerinnen und Kanzler der Fachhochschulen des Landes NRW sieht darin einen deutlichen Widerspruch zu den Zielsetzungen der Koalitionsvereinbarung und des Hochschulfreiheitsgesetzes und nimmt dazu Stellung:

"Eine getrennte Verteilung steht den Intentionen des Hochschulfreiheitsgesetzes - Förderung des Wettbewerbs zwischen den Hochschulen bzw. Verbesserung ihrer Rahmenbedingungen - diametral entgegen", sagt dazu Hans Stender, Sprecher der Kanzler-AG. Das zentrale Anliegen der Landesregierung fr die Novellierung des Hochschulrechts seien eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen fr die Hochschulen gewesen. Stender: "Und das meinte einen Wettbewerb der Hochschulen untereinander, insbesondere hochschulartenübergreifend, und nicht nur zwischen den Hochschulen gleichen Typs. Doch jetzt rudert der Minister zurück."

Die FH-Kanzler sehen in dem Vorstoß eine Festschreibung zum Vorteil der Universitäten: Durch die getrennte Mittelzuweisung sei es unmöglich, selbst bei entsprechenden Leistungen in die Phalanx der Universitäten einzudringen. "Auch die beste Fachhochschule könnte nicht auf Platz 8 aller NRW-Hochschulen gelangen und somit vielleicht mehr Landesmittel erhalten als die Universitäten, gegen die sie im direkten Vergleich besser abgeschnitten hat", erklärt Stender. Sie bleibe "nur" die Nummer 1 der Fachhochschulen.

Die AG der Kanzlerinnen und Kanzler weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Feststellung des Wissenschaftsrats hin, dass die bisherige Typendifferenzierung im Hochschulsystem der Vergangenheit angehört. Sie hat das Land - leider erfolglos - im Vorfeld eindringlich gebeten, von den zwei getrennten Verteilungskreisen für Universitäten und Fachhochschulen abzusehen.